Mittwoch, den 22. November 2017

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Dienstag, 14. Juli 2015, 19 Uhr
Prof. Dr. Bernd Belina (Universität Frankfurt)

Neue Bruchlinien in der Eurozone: zum geoökonomischen Verhältnissen zwischen Deutschland und Griechenland


In Griechenland herrscht bittere Rezession und eine humanitäre Katastrophe, während Deutschland als ökonomischer Motor der Eurozone gilt. Im Vortrag wird das geoökonomische Verhältnis zwischen beiden Staaten diskutiert. Im Zentrum steht die ur-geographische Frage nach dem Verhältnis unterschiedlicher räumlicher Maßstabsebenen zueinander: der nationalen, der lokalen, der globalen und jener von EU und Eurozone. Es wird der Zusammenhang zwischen einigen relevanten Prozessen auf und zwischen diesen Maßstabsebene entfaltet: die Schaffung des europäischen Binnenmarkts, die Konstruktion des Euro, die politisch vorangetriebene Reallohnsenkung durch die Agenda 2010 und das Abladen ökonomischer und sozialer Lasten des Bundes bei Ländern und Kommunen hierzulande, die klientelistische Politiktradition Griechenlands und schließlich die globale Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2007. Anstatt nach Schuldigen wird nach den spezifischen geoökonomischen Verhältnissen gefragt, die die Beziehungen zwischen den Regierungen und leider auch zwischen den Bevölkerungen Deutschlands und Griechenlands in so gefährlicher Weise belasten. Die aktuelle Lage mag zu sarkastischen Hinweisen wie jenen auf einen Vergnügungspark im Foto aus Athen taugen, für eine europäische Zukunft in Frieden und sozialer Gerechtigkeit aber sicher nicht.


HGG Vortrag