Dienstag, den 28. März 2017

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Montag, 18. Juli 2016, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Dietrich Soyez (Universität Köln)

Globalisierungsschübe in Südchina und Westkanada seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Spiegel des Weltkulturerbes Kaiping Diaolou (Guangdong/VR China)

Die Wohntürme (Diaolou) von Kaiping – seit 2007 UNESCO-Weltkulturerbe – wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Emigranten, den sogenannten Overseas-Chinesen, finanziert und dienten in sozial und politisch instabilen Zeiten dem Schutz der Bevölkerung. Diese Wohntürme, die architektonisch westliche und chinesische Elemente kombinieren, sind Sinnbild für Globalisierungsprozesse, die bis heute den Großraum Kaiping und den Westen Nordamerikas miteinander verbinden. Mit den Wissens- und Finanzströmen spiegeln sie die signifikante Rolle der emigrierten Kaiping-Bevölkerung und deren Einfluss auf die Wirtschafts- und Stadtentwicklung vor allem Westkanadas vom 19. bis zum 21. Jahrhundert wider. Der Vortrag soll neben den Globalisierungsprozessen im ländlichen Raum, Bezüge zur Öffnungspolitik Chinas ab ca. 1980, der Entwicklung der 'Fabrik der Welt' und den 'umgekehrten' Finanz- und Urbanisierungsimpulsen z.B. in Vancouver im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts herstellen. Kurze Vergleiche mit entsprechenden Prozessen zwischen Taiwan und Südostasien zeigen sowohl ähnliche wie auch unterschiedliche Prozess- und Wirkungsmuster und machen im Hinblick auf aktuelle Diskussionen über Migrationsbewegungen nach Europa sehr nachdenklich.


Soyez
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