Mittwoch, den 22. November 2017

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Fiona Breitkopf

Der Studentische Vortrag
Kupfer, Wasser und Privatopia – gelungene neoliberale Experimentierfelder im Staat Chile?

Chile - ein Land, welches in den 1970er Jahren einen radikal neoliberalen Ausweg aus der Staatsverschuldung eingeschlagen hat, gilt seitdem als eine Art neoliberales Experimentierfeld. Betrachtet man die Staatsfinanzen, so muss man anerkennen, dass der Staatshaushalt einen Überschuss von 1,4% des BIP (2011) aufweist. Weiterhin ist die Verschuldungssituation als moderat, bei 9,2% (2011), einzustufen. So überrascht es kaum, dass die Agentur Standard & Poors die Kreditwürdigkeit der chilenischen Staatsanleihen als die beste in Lateinamerika mit A+ eingestuft hat. Doch empfiehlt sich diese durchaus unkonventionelle Transformation des Landes zur Nachahmung? Wie verhält sich der Staat, der die Privatisierung zuvor massiv vorangetrieben hat, gegenüber einer scheints aus einem Post-Diktaturschlaf aufgewachten und das neoliberale Wirtschaftssystem zunehmend kritisierende Bevölkerung. Diesen Fragestellungen soll im Vortrag an ausgewählten Bereichen, wie Kupfer, Wasser und Gated Communities, nachgegangen werden.