Sonntag, den 24. September 2017

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Prof. Dr. Dörte Segebart

Klimagerechtigkeit in Brasilien

Brasilien ist komplex – vor allem in Bezug auf Klimawandel: Aufgrund seiner hohen CO2-Emissionen durch Waldrodung ist es global gesehen ein wesentlicher Mitverursacher von Klimawandel. Seine sensiblen Ökosystem wie der semiaride Nordosten, der Regenwald Amazoniens und der Mata Atlântica weisen bereits heute auf starke Betroffenheit durch Klimawandel hin. Gleichzeitig ist Brasilien aktiv und innovativ im Klimaschutz und führte 2011 weltweit die Liste des Klimaschutzindexes an (Germanwatch 2011).
Der Beitrag analysiert ausgehend vom Konzept der Umweltgerechtigkeit die Auswirkungen von Klimawandel auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Regionen in Brasilien. Er zeigt Verantwortlichkeiten für Klimawandel auf als auch verschiedene Formen der Betroffenheit, der Vulnerabilität und der Möglichkeiten der Anpassung sowie die Auswirkungen bereits angewandter Instrumente (Verteilungsgerechtigkeit). Unter dem Aspekt der Partizipationsgerechtigkeit werden die Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten betroffener Bevölkerungsgruppen und der Zivilgesellschaft in Bezug auf Klimapolitik analysiert und bewertet. Im Sinne des Konzeptes der Intersektionalität wird die Analyse von Betroffenheit, Anpassungsmöglichkeiten und Mitsprache betroffener Gesellschaftsgruppen unter der Berücksichtigung ungleichheitsgenerierender Aspekte durchgeführt (z.B. Gender, soziale Schicht, Ethnizität).


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