Samstag, den 18. November 2017

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Dienstag, 28. Januar 2014, 19 Uhr
Prof. Dr. Jörg Bendix
(Universität Marburg)

Schutzgebiete in den Anden – Oasen für Biodiversität und ökosystemare Dienstleistungen?

Die tropischen Anden gelten als der zweitheißeste Hotspot der Arten­vielfalt weltweit. Gleichzeitig unterliegt der andine Hotspot dem größten Bevölkerungsdruck aller Hotspot-Gebiete. Die Folge ist ein immer rasanter voranschreitender lokaler Landnutzungswandel, in dessen Folge der Na­turwald als Träger der Biodiversität, aber auch zentraler Ökosystemdienst­leitungen (z. B. Klima- und Wasserregulation) in nicht nachhaltig bewirt­schaftetes Weideland konvertiert wird. Dies gilt insbesondere auch für die Anden Süd-Ost Ecuadors, wo die höchsten Entwaldungsraten Südameri­kas zu verzeichnen sind. Ein zusätzliches Gefährdungspotential stellen die Auswirkungen des globalen Klimawandels dar. Durch den lokalen Land­nutzungswandel nahezu ungestörte Verhältnisse finden sich nur noch in inselartigen Schutzgebieten wie z. B. dem Podocarpus Nationalpark nahe Loja. Hier wird seit mehr als einer Dekade der ungestörte Bergwald durch ein interdisziplinäres Forscherteam untersucht und möglichen Verlusten von Biodiversität und ökosystemaren Dienstleistungen nachgegangen. Gleichzeitig wird untersucht, inwieweit lokale und damit räumlich inselar­tige Schutzgebiete durch den globalen Umweltwandel beeinflusst werden.
Der Vortrag dokumentiert den aktuellen Umweltwandel sowie die Ände­rungen der Biodiversität, ausgewählter Dienstleistungen und der Nutzung in und um den Podocarpus Nationalpark, der Teil des neu geschaffenen UNESCO Biosphärenreservats Podocarpus – El Condor ist.


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