Montag, den 11. Dezember 2017

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Montag, 21. November 2016, 19:00 Uhr
Prof. Dr. Tobias Chilla (Universität Erlangen)

Grenzen in Europa – Grenzen für Europa?

Grenzen sind ein zentrales Element von räumlicher Organisation: Kaum eine kartographische Darstellung, kaum ein politisches Projekt kommt ohne geographische Grenzen aus. Innerhalb der Europäischen Union herrschte seit den 1980 Jahren die Ansicht, dass sich die Binnengrenzen im Laufe der Zeit weiter auflösen und dann verschwinden würden. Inzwischen – vor allem aufgrund des starken Zustroms von Flüchtlingen – zeigt sich ein ganz anderes Bild: An einigen Grenzen werden Personenkontrollen wieder eingeführt und Sicherungsanlagen aufgebaut, an anderen Grenzen bleiben beinah unsichtbar bei zunehmenden funktionalen Verflechtungen über Grenzen hinweg. Die politische Krise der europäischen Union kristallisiert sich insofern an den europäischen Binnengrenzen. Der Beitrag diskutiert die derzeitige Dynamik in Grenzräumen und die mögliche zukünftige Rolle von Grenzen in der europäischen Raumentwicklung. Fallbeispiele wie die Großregion Saar-Lor-Lux, der Brennerkorridor oder die osteuropäischen Grenzen werden hierbei ebenso angesprochen wie die grundsätzliche Logik räumlicher Integration.


Prof. Dr. Tobias Chilla
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