Montag, den 17. Juni 2019

Heidelberger Geographische Gesellschaft e.V.

Dienstag, 21. Mai 2019, 19:15 Uhr
Prof. Dr. Michael Bollig (Universität zu Köln)

Die Entstehung einer „Naturlandschaft“: Sozial-ökologische Dynamiken, Territorialisierung und lokale Handlungsräume in der Zambesi-Region Namibias

Der Nordosten Namibias, die Zambesi-Region, ist heute ein Kernstück des grenzüberschreitenden Kavango-Zambesi Transboundary Parks, eines der weltweit größten Naturschutzgebiete. In Namibias Zambesi Region sind drei kleinere Nationalparks (Mudumu, Nkasa Rupara und Bwabwata), zahlreiche gemeinschaftsbasierte Schutzgebiete und ein Staatsforst Bestandteile des grenzüberschreitenden Parks, der jährlich von einer zunehmenden Zahl von Touristen frequentiert wird. Hier wird offensichtlich authentisch afrikanische Naturlandschaft nebst den dazugehörenden Großsäugern geschützt und zahlreiche internationale Organisationen weisen auf das immense touristische Potential der Region hin. Der Vortrag soll dagegen zeigen, dass während der langandauernden Kolonialzeit erst durch Umsiedlungen, der Verdrängung der Bevölkerung aus den ausgedehnten Feuchtgebieten des Kwando und Linyanti sowie durch weitflächige Insektizid-Einsätze und andere agrartechnische Eingriffe eine Umwelt-Infrastruktur geschaffen wurde, die es heute erlaubt, die Landschaft als Naturlandschaft zu schützen.


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